Bilder und Geistliche Texte
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Wochenspruch für diese Woche

Evangelische Kirche Balhorn

1488 – Diese in einen Sakramentsschrein im gotischen Gewölbe des Kirchturms eingravierte Jahreszahl ist der einzige, heute noch erhaltene Beleg, für das Alter der Balhorner Kirche. Während das Gemäuer des Turms seit dem 15. Jh. unverändert geblieben ist, wurde das Kirchenschiff mehrere Male umgebaut. Verschiedene Epochen hinterließen die Spuren einer wechselvollen Baugeschichte.

 

1742 wird das gotische Kirchenschiff abgerissen, »weilen (es) gantz baufällig und viel zu klein vor hiesige, aus 100 Mann bestehende Gemeinde, gewesen«. 1742-48 wird das Schiff nach einem Entwurf des Kasseler »Landbaumeisters« Giovanni Ghezzy als barocker Saalbau mit westlicher Apsis völlig neu aufgebaut.

 

In den Jahren 1893-95 erfuhr das Kirchenschiff seine zweite bedeutende Erweiterung. Der damalige landeskirchliche Architekt Gustav Schönermark (1854-1910) löste die schmale Form des Saalbaus mit der Durchbrechung der Seitenwände auf und gab der Kirche mit dem Anbau der beiden Seitenschiffe ihre bis heute erhaltene zentrale Kreuzform.

Der letzte große Umbau der Kirche hat einen besonderen, in der Kirchengeschichte des Dorfes verwurzelten Grund. 1874 wurde Balhorn zu einem Zentrum der hessischen Renitenz. Der damalige Balhorner Pfarrer Ludwig Saul sperrte sich gegen die vom preußischen Staat angeordnete Zusammenlegung der niederhessisch-reformierten und lutherischen Kirchengebiete Hessens zu einem gemeinsamen landeskirchlichen Konsistorium. Die Gemeinde unterstützte Pfarrer Saul. Mehr als die Hälfte der Gemeindeglieder traten damals aus der Landeskirche aus und gründeten eine eigene freie Gemeinde, die heute zur Selbständig Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) gehört.

Mit dem Umbau der Jahre 1893-96 wollte man die Renitentenbewegung auf »die Überlegenheit und Legitimität des orthodoxen, staatlicherseits vertretenen Protestantismus« hinweisen. Die Kirche in ihrer heutigen Gestalt ist somit ein Kind ihrer von konfessionellen Auseinandersetzungen im Ort geprägten Zeit. Gott sei Dank beeinträchtigen die Probleme von einst heute nicht mehr die inzwischen geschwisterliche Zusammenarbeit in gegenseitiger Achtung und versöhnter Verschiedenheit.

 

Im Jahr 1880 wurde in Balhorn eine ältere ORGEL durch einen Neubau der Firma Euler (Hofgeismar) ersetzt. Die Orgel hat seitdem drei größere Reparaturen erfahren: 1955 durch die Firma Hammer (Reinigung, Klangverbesserungen), 1969 durch die Firma Bosch (Pulpeten) und 1970 durch die Firma Lötzerich (Windladen, Teleskophülsen, Registermechanik).

 

Die Balhorner Orgel hat zwei Manuale und Pedal und besitzt 15 Register.

Manual I: Quintade 16‘, Prinzipal 8‘, Hohlflöte 8‘, Oktave 4‘, Quinte 2 2/3‘, Oktave 2‘, Mixtur 4-fach.

Manual II: Lieblich Gedackt 8‘, Prinzipal 4‘, Gedacktflöte 4‘, Waldflöte 2‘, Sesquialtera.

Pedal: Subbass 16‘, Oktavbass 8‘, Choralbass 4‘, Manualkoppel II/I, Pedalkoppel I/P.

 

aus »Komm mal rüber ...!«

Tag der Kirchen im Wolfhager Land 2012

Ev. Kirchenkreis Wolfhagen

 

 

 

 

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© Günther Dreisbach