Bilder und Geistliche Texte
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Wochenspruch für diese Woche

Die Glocken

Schon immer haben Glocken eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Brände und Kriege haben sie oft vernichtet. Im Laufe vieler Jahrhunderte mussten auch die Glocken der Stadtkirche wiederholt ausgewechselt werden. Von dem älteren Geläut war bis in die 1920er Jahre hinein nur die sogenannte Hochzeitsglocke übrig geblieben. Sie hängt heute im Regionalmuseum Wolfhagen (Ritterstraße 1). Diese Glocke wurde im 14. Jh. gegossen, hat einen Durchmesser von 65 cm und ist 50 cm hoch. Die Umschrift in lateinischen Buchstaben, die verkehrt aufgetragen wurde und deshalb in Spiegelschrift erschienen ist, lautet: »ES (AES) SUM CONFECTUM SI DUM TRA(H)OR ADVOCO RECTUM AD SACRA VENTRUM SINE SPE SI RESPUO DURUM« [Ein Erz bin ich, gegossen, recht zu klingen, wenn ioch gezogen werde, zum Gottesdienst rufe ich den, der rechten Sinnes kommen will, doch ohne Hoffnung, wenn ich den Verhärteten zurückweise.] Der Ton der Glocke ist »dis«.

 

Im Jahr 1919 konnten als Ersatz für die im ersten Weltkrieg eingeschmolzenen Glocken bei der Gießerei Gebrüder Ulrich (Apolda) drei neue beschafft werden, die heute neben der Tageszeitenglocke das Geläut der Kirche bilden. Die drei Glocken haben ein Gewicht von 3810, 1893 und 1093 kg, Durchmesser von 2,07, 1,56 und 1,37 m und erklingen in den Tönen »c«, »e« und »g«. Zu Beginn der Gottesdienste, auch zu kirchlichen Trauungen ertönt das volle Geläut. Eine halbe Stunde vorher wird mit der kleinsten Glocke »vorgeläutet«. Diese Glocke erklingt auch vor Trauerfeiern, die in der Friedhofskapelle stattfinden. Zum Tageszeitengeläut erklingen zwei Glocken, werktags um 7 Uhr und um 11 Uhr, von Montag bis Freitag auch um 18 Uhr. Am Sonnabend wird um 16 Uhr der Sonntag eingeläutet.

GLOCKEN

In der christlichen Kirche tauchten die frühesten Glocken um 500 auf. Schnell verbreiteten sie sich von den Klöstern Nordafrikas über die übrigen Kirchengebiete. Die ersten Kirchenglocken bestanden aus zusammengeschmiedeten Blechen. Ihr Klang entsprach noch keineswegs dem der heutigen Geläute. Allmählich gewann die aus Bronze gegossene Glocke immer größere Bedeutung. Die Kunst des Glockengießens ist ein oft durch Jahrhunderte gehütetes Geheimnis in den Glockengießerfamilien.

Die Kirchenglocken machen darauf aufmerksam, dass Gott reden will. Sie laden so zum Gottesdienst ein. Sie erinnern am Sonnabend an den folgenden Sonntag, in dessen Mittelpunkt der Gottesdienst steht. Glocken geben der Gemeinde aber auch Kunde von den besonderen Erlebnissen der Gemeindeglieder, zum Beispiel von Taufen, Trauungen, Beerdigungen. Auch das Läuten an jedem Tag zu bestimmten Zeiten hat seinen festen Sinn. So werden alle Christen etwa beim Mittagsläuten aufgerufen, für den Frieden unter den Völkern zu beten.

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© Günther Dreisbach