Bilder und Geistliche Texte
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Wochenspruch für diese Woche

Schlussstein »Zwei Posaune blasende Engel. Zug der Verdammten in die Hölle«

Ich habe Angst, wenn ich nur dieses Leben sehe

Zwei Posaune blasende Engel.

Zug der Verdammten in die Hölle

 

Was hält das Gewölbe an der Südseite der Orgelempore? Zwei Posaunen blasende Engel, die zum jüngsten Gericht blasen. Dazu drei grinsende Teufel, die die Verdammten in den Höllenrachen ziehen. Drei der Verdammten sind durch einen Strick miteinander verbunden, in der Mitte ein Bischof mit Mitra.

 

Und die sieben Engel mit den sieben Posaunen hatten sich gerüstet zu blasen, schreibt der Seher Johannes (Offb 8,6). Sie blasen zum jüngsten Gericht. Das wissen eigentlich alle, dass am Ende aller Tage das Gericht kommt. Gerichtspredigten sind nicht schön. Zur Zeit der Propheten des alten Bundes nicht und auch nicht zur Zeit Jesu. Aber sie müssen auch - gelegentlich wenigstens - in der Kirche unter diesem Schlussstein sein. ... wie den Menschen einmal bestimmt ist zu sterben, danach aber das Gericht. So steht es im Hebräerbrief zu lesen (Hebr 9,27).

 

Das Urteil ist gefällt. Zwei Engel blasen die Posaune. Der Strick, mit dem die Verdammten gezogen werden, geht direkt in den Rachen eines undefinierbaren Tieres, das die Hölle symbolisieren soll. Zwei grinsende Teufel ziehen kräftig. Und einer passt hinten auf, dass keiner entwischt. Voran geht ein Bischof mit einer goldenen Mitra. Das ist eine ganz merkwürdige Vorstellung. Einer also, der nach dem Bild der damaligen Zeit besonders sein ganzes Leben Gott geopfert und dafür auf vieles verzichtet hat, wird in den geöffneten Höllenrachen gezogen. Aber das ist eben klar - damals wie heute -, dass Macht und Pracht der Welt vor dem Weltenrichter keine Gültigkeit haben. Ich erinnere an Wilhelm Busch, einen Jugendevangelisten aus den 1960er Jahren. Er hat gemeint, dass wir uns am Ende der Zeiten beim Gericht über drei Dinge wundern werden. Erstens würden wir uns darüber wundern, wer alles im Himmel sein wird, von dem wir meinen, dass er in der Hölle ist. Zweitens würden wir uns darüber wundern, wer alles in der Hölle sein wird, von dem wir meinen, dass er im Himmel ist. Und drittens würden wir uns darüber wundern, wo wir selbst sein werden.

 

Es ist, wie es ist. Es wird so kommen. Wo werden wir sein, wenn die Engel zum jüngsten Gericht blasen? Vielleicht hilft beten: Wenn ich, mein Gott, einst sterben soll, / so schenke du mir deine Nähe. / Ich habe Angst, das weißt du wohl, / weil ich nur dieses Leben sehe / und möchte doch dein Leben schauen. / Ich bitte, Herr, hilf mir vertrauen. (Günter Schott in EG Baden)

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© Günther Dreisbach