Bilder und Geistliche Texte
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Wochenspruch für diese Woche

Schlussstein »Christus, das Siegeslamm«

Gottes Lamm,

mein Bräutigam

Christus, das Siegeslamm

 

Was hält das Gewölbe vor dem Altar der evangelischen Stadtkirche in Wolfhagen? Christus, das Siegeslamm. Siehe, in diesem Abbild ist das heilige Abbild Christi offenbar, hat der Künstler im 13. Jahrhundert in lateinischer Sprache in schönen Lettern dem Bild als Umschrift zugefügt und drei Kreuzzeichen der Darstellung beigegeben.

 

Das Lamm ist das Symbol des leidenden Herrn. Die Kreuzfahne aber ist Symbol des österlichen Sieges. Diese fast atemberaubende Breite biblischer Verkündigung wird in diesem einfachen Symbol dargestellt. Paul Gerhardt hat es in einem seiner Osterlieder so ausgedrückt: Er war ins Grab gesenket, / der Feind trieb groß Geschrei; / eh er's vermeint und denket, / ist Christus wieder frei / und ruft Viktoria, / schwingt fröhlich hier und da / sein Fähnlein als ein Held, / der Feld und Mut behält. (EG 112,1)

 

Schwingt fröhlich hier und da - das ist ein Grund zum Feiern. Deshalb feiert die Gemeinde unter diesem Schlussstein das heilige Abendmahl an vielen Tagen im Jahr. Zum Beispiel am Gründonnerstag, wo man daran denkt, dass Christus unsere Krankheit trägt und unsere Schmerzen auf sich lädt. Wo wir alle in die Irre gehen wie Schafe, nur auf unseren eigenen Weg sehen. Und dann begreifen müssen, dass Gott alle Sünde, alle unsere Sünde auf das Lamm warf. (Jes 53,4-6) Das feiern wir am Gründonnerstag. Nachdenklich vielleicht oder traurig. Beschämt vielleicht oder ärgerlich. Wir feiern es. Und empfangen im Wissen um das Fundament über uns Brot und Wein als Zeichen der gnädigen Zuwendung Gottes zu uns Menschen.

 

Auch Ostern feiern wir das Mahl. und wir denken daran, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Und wir singen - nicht gerade an Ostern, aber - mit Johann Franck: Gottes Lamm, mein Bräutigam, / außer dir soll mir auf Erden / nichts sonst liebers werden. (EG 396,1) Nicht die einzige, aber eine schöne Zusammenfassung der österlichen Botschaft. So geborgen in Gottes Liebe können wir unseren Weg als Christen im Alltag der Welt gehen. Manchmal fühlen wir uns als Lämmer, die zur Schlachtbank geführt werden. Manchmal bläst uns der Wind kräftig ins Gesicht. Manchmal lässt der Prophet Zephania herzlich grüßen: Ich will in euch übriglassen ein armes und geringes Volk. (Zeph 3,12) Und dann wird deutlich, dass wir am Ende nach menschlichem Ermessen nicht auf der Siegesstraße des Lebens sein werden. Aber nach Gottes Ermessen werden wir bei dem Lamm sein, das geschlachtet ist und deshalb würdig ist, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. (Offb 5,12)

 

So feiern wir unter dem Schlussstein mit dem Siegeslamm das heilige Abendmahl. Nicht immer mit all diesen Gedanken. Aber immer in der Anbetung des Lammes, das einst in der ewigen Herrlichkeit mitten auf dem Thron sitzen und uns weiden wird und uns zu den Quellen des lebendigen Wassers leiten wird. und dann? Dann wir Gott alle Tränen von unseren Augen abwischen. (Offb 7,17). Deshalb: Jesu, meine Freude!

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© Günther Dreisbach