Bilder und Geistliche Texte
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Wochenspruch für diese Woche

Die Epitaphe

Um die Gebeine zu sammeln, die beim Ausheben neuer Gräber gefunden wurden, wurde um 1450 auf dem Kirchhof an der Südseite des Kirchturms ein steinernes Gebeinhaus erbaut, das erst nach 1778 abbrannte und entfernt wurde. Ende des 16. Jahrhunderts wurde außerhalb der Stadt ein neuer Friedhof angelegt. Ob die drei Grabdenkmäler in der Stadtkirche von dem ursprünglich um die Kirche gelegenen Friedhof stammen, ist nicht sicher.

 

An der Westseite im Inneren des Kirchenschiffs befinden sich drei Epitaphe: des Bartolus Hundt, der Margarete von Weitolzhausen udn der Agnes von Bürgeln.

 

Bartolus Hundt (links) ist 1619 verstorben. er war der Sohn des hessischen Kanzlers. Die lebensgroße Relieffigur trägt die Umschrift: BARTOLUS HUNDT HASSIAE CANCELLARI FILIUS E..... FECTUS CAPITANEUS HUIUS .. OBIT Q 17 AUG AO 1619 HORAS INTER 9 ET ANTE MER [Bartolus Hundt, Sohn des Kanzlers von Hessen, ... (vom Landgrafen?) ... zum Hauptmann gemacht, dessen ... starb am 17. August 1619 zwischen 9 und 10 Uhr vormittags).

 

Margarethe von Weitolzhausen (Mitte) ist 1576 an der Pest gestorben wie ihre Tante Agnes von der Malsburg. Auf dem Epitaph sind die Wappen derer von Weitolzhausen, Urff, Hohenstein und Dieden zum Fürstenstein angebracht.

 

Das Epitaph der 1576 verstorbenen von Agnes von der Malsburg (rechts), Witwe von Bürgeln, ist geschmückt mit dem segnenden Gott-Vater im Dreiecksgiebel und den Wappen derer von der Malsburg, Urff, Boyneburg und Dieden zum Fürstenstein. Die lebensgroße Relieffigur zeigt die Verstorbenew in der Tracht der damaligen Zeit. Die Umschrift lautet: DIE EDLE U[nd] DUGESAME [tugendsame] FRAU[W] AGNESA V. DE MALSPURG WITWE V. BIRGEL 1576

EPITAPH

Der Begriff »Epitaph« stammt aus dem Griechischen (epi = auf und taphos = Grab). Ursprünglich bedeutet das Wort: Grabinschrift. Die Epitaphe stellen Erinnerungen dar an bedeutende Frauen und Männer vergangener Jahrhunderte.

AGNES VON BÜRGELN

Mit dem Namen der Agnes von Bürgeln verknüpfen sich alte Überlieferungen und Sagen. Zum Beispiel diese (in Wolfhager Mundart wiedergegeben):

»Et hod emol vöre langer Tied hie bi uns in Wulfhagen ene Edelfrugge gelewet, de heed Angnese von Büprgeln und war 'ne fromme Frugge. Wann de Tüg trügede, dan schmed se't nur in die Luft, dann blew et henken one Seil. Als de Edelfrugge awer mal bei ne Galgen verröwer kam, versünnihte se sik an dem armen Manne, de do ane bummelde, dann se sägede: »dem es au sin Heil wedderfahren!« Do upp bleff ere Tüg nid mei in der Luft henken wie frouher.«

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© Günther Dreisbach